Was für ein Krimi! Der VSV Jena gewinnt auswärts beim SV Reudnitz nach einem nervenaufreibenden Fünf-Satz-Spiel mit 3:2 und belohnt sich für einen leidenschaftlichen Kampf mit den ersten Auswärtspunkten der Saison.
Dabei erwischten die Jenaer alles andere als einen guten Start. Im ersten Satz lief der VSV früh einem Rückstand hinterher und lag zwischenzeitlich mit 13:20 zurück. Vor allem eine schwache Angriffsverwertung und zu viele Aufschlagfehler verhinderten, dass Jena ins Spiel fand. Der Satz ging schließlich mit 20:25 an die Gastgeber.
Im zweiten Durchgang zeigte sich ein völlig anderes Bild. Der VSV übernahm von Beginn an die Kontrolle, stand stabil in Block und Abwehr und setzte Reudnitz mit zunehmendem Aufschlagdruck immer stärker unter Druck. Auch im Angriff fanden die Jenaer nun die passenden Lösungen. Trotz einer engen Schlussphase behielt der VSV die Nerven und sicherte sich den Satz knapp mit 25:23.
Der dritte Satz entwickelte sich anschließend zum echten Nervenspiel. Jena diktierte über weite Strecken das Geschehen und erspielte sich Führungen von 21:16 und 23:20. In der Schlussphase kippte der Satz nach einigen aus Jenaer Sicht zweifelhaften Entscheidungen jedoch noch zugunsten der Gastgeber. Es folgte ein erbitterter Schlagabtausch, in dem beide Mannschaften ihre Sideouts durchbrachten. Am Ende musste sich der VSV denkbar unglücklich mit 29:31 geschlagen geben.
Wieder stand Jena mit dem Rücken zur Wand und drohte, erneut ohne Punkte aus der Fremde abzureisen. Doch die Mannschaft ließ sich davon nicht unterkriegen. Im vierten Satz knüpfte der VSV an seine starke Leistung aus den vorherigen Durchgängen an und leistete sich diesmal keine längere Schwächephase. Besonders eine Aufschlagserie von Claudius Schübel brachte die Jenaer entscheidend nach vorne. Mit einem souveränen 25:20 erzwang der VSV den Tiebreak.
Dort entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe, in dem Jena beim Seitenwechsel mit 8:6 erstmals eine Führung herausspielen konnte. Auch eine Aufschlagserie von Benedikt Scharr, der zuvor für den verletzungsbedingt ausgeschiedenen Felix Roller ins Spiel gekommen war, hielt den VSV im Rennen. Reudnitz kämpfte sich jedoch zurück und ging mit 13:11 in Führung. Bei 14:12 und 14:13 hatten die Gastgeber bereits Matchbälle, doch der VSV gab sich nicht geschlagen.
Mit mutigen Aufschlägen blieb Hannes May seiner Linie treu und half dabei, den Ausgleich zum 14:14 herzustellen. Danach ging es erneut Punkt für Punkt hin und her. Beim Stand von 19:19 übernahm Finn Kazuch Verantwortung und setzte mit einem Ass ein Ausrufezeichen. Erstmals im gesamten Spiel erspielte sich Jena damit einen Matchball zum 20:19.
Was anschließend folgte, war der krönende Abschluss dieses Volleyballkrimis: In einer langen Monster-Rallye verteidigten beide Mannschaften zahlreiche Angriffe, ehe Reudnitz den Ball nicht mehr im Spiel halten konnte und die Decke berührte. Der Punkt war entschieden – der VSV hatte das Spiel gewonnen! Auf dem Feld brachen alle Dämme, die Jenaer lagen sich in den Armen und feierten ausgelassen den hart erkämpften Auswärtssieg.
Neben Finn Kazuch überzeugten auch Fidel Wolf, der vor allem mit starken Blockaktionen herausstach. Stephen Sehr, der spätere MVP hielt die Jenaer Annahme zusammen. Auch Hans Cipowicz und Hannes May leisteten wichtige Beiträge zu diesem Erfolg. Die Mannschaft bewies über fünf Sätze hinweg Kampfgeist, Nervenstärke und den Willen, sich auch nach Rückschlägen zurück ins Spiel zu kämpfen.
Mit dem 3:2-Erfolg gelingt dem VSV nicht nur der erste Auswärtssieg der laufenden Saison, sondern auch ein wichtiger Schritt, um die Auswärtsbilanz der vergangenen Spielzeit hinter sich zu lassen. Nach dem ersten Sieg aus zwei Auswärtsspielen steht fest: Diese Mannschaft kann auch in engen Situationen bestehen und sich für ihren Einsatz belohnen. Der Erfolg in Reudnitz könnte damit ein wichtiges Zeichen für die kommenden Auswärtsaufgaben sein.




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