Mit dem VC Gotha II gab im dritten H2-Saisonspiel direkt der nächste dicke Brocken der Regionalliga seine Visitenkarte in der Lichtstadt ab. Nach zuletzt formidabler Leistungssteigerung im Auswärtsspiel bei den Hoyboys und einem knackigen Abschlusstraining stand das Rudel – angeführt von Leitwolf Wilfredo – in den Startlöchern für die nächsten Punkte. Spoiler: haben sie nicht geschafft: nach 106 Minuten endete das Spiel 1:3 (16:25 | 25:19 | 16:25 | 24:26). Der Leitspruch ist offenkundig noch nicht das verinnerlichte Credo. Kurz: Hier wird noch das eine oder andere Schweißtröpfchen fließen müssen, um es zu erreichen!
Der Headcoach schickte zu Beginn die erfahrenen Hasen Mengs, Rüffer, Kaiser, Pawel und Libero Gräf sowie die Jungspunde Juri und Tom aufs Feld, um gegen Gotha zu punkten. Doch das Wolfpack sah das wohl anders, wollte erst mal Gothas Visitenkarte näher in Augenschein nehmen und ließ das Spielgeschehen links liegen. Gotha bedankte sich und zog sofort davon. Verdutzt ob des Geschenkes warf das Rudel die Visitenkarte beiseite und versuchte im Spiel anzukommen, verschenkte aber gleich noch eine Miniserie an die Gäste. Beim Stand von 4:9 zog Coach Leon folglich die Reißleine und nahm die erste Auszeit, um Ruhe ins Rudel zu bringen. Doch die Auszeit verpuffte – das Fehlerfestival ging weiter und man fand sich schnell beim 4:11 wieder. Mit mehreren Spielerwechseln wurde versucht, das Blatt zu wenden, und das Spiel schien sich zu stabilisieren. Das Wolfpack rannte dem großen Rückstand den Rest des Satzes dennoch wie ein trauriger Dackel hinterher – von wegen Wolfspack. Beim Stand von 15:24 sah man sich gleich neun Satzbällen gegenüber. Zwar konnte man den ersten Satzball tapfer abwehren, besiegelte das Trauerspiel aber – passenderweise – mit einem Aufschlagfehler selbst. Oje, was für eine Prügel im ersten Satz!
Im zweiten Satz ging nahezu der gleiche Sechser aufs Feld wie im ersten Satz, mit der Ausnahme, dass Selle für Juri ran durfte. Die Wölfe schüttelten das Dackel-Kostüm ab. Nach der Stabilisierung folgte nun ein Aufbäumen der Lichtstädter. Gleich zu Beginn konnten zwei Serien eingesammelt werden, und das Publikum frohlockte: Der Knoten ist geplatzt. Doch Gotha konnte nach Auszeit mit einer kleinen Serie kontern und den Vorsprung zum 9:7 fast egalisieren. Danach verlief der Schlagabtausch auf Augenhöhe, beide Teams zeigten nur wenig Fehler und marschierten im Gleichschritt bis zur Satzmitte. Dort schnappte sich das Rudel dank einer sauberen Miniserie den entscheidenden Vorsprung und zwang Gotha in die zweite Auszeit. Diesmal ohne Wirkung: Das Wolfpack blieb weiterhin die spielbestimmende Mannschaft und gab den Satzgewinn nicht mehr aus der Hand. Yes, Satzausgleich!!!
Im dritten Satz justierte Coach Leon weiter am Startsechser und ließ den zum Ende des zweiten Satzes eingewechselten Mäusewanderer weiter die Strippen ziehen. Doch der VSV übersah Gothas achtlos weggeworfene Visitenkarte, rutschte aus und begann den dritten Satz erneut strauchelnd. Gotha nutzte das sofort aus und schnappte sich die erste Miniserie. Fröhlich grüßt das Murmeltier in die Jenaer Ecke. Diese versuchten gegenzuhalten, haderten aber weiterhin mit chaotischen Leistungsschwankungen. Eine zweite Gothaer Miniserie, eine eigene Auszeit und noch eine Miniserie später stand es bereits 11:17. Mit dem Rückstand musste erneut eine Kehrtwende her. Coach Leon nutzte den klassischen Doppelwechsel, um drei Angreifer am Netz zu halten und so den Rückstand von fünf Punkten wieder aufzuholen. Doch der Plan scheitert. Déjà-vu: Erneut musste man neun Satzbälle abwehren. Wie im ersten Satz gelang dies nicht – Rotkäppchen dankte und steckte den ersten sicheren Punkt ins Gotha-Körbchen.
Mit dem Rücken zur Wand hieß es Alles oder Nichts. Coach Leon schickte die Siegertruppe aus dem zweiten Satz zurück aufs Feld – und der Schachzug saß. Der erneute Wechsel brachte das Rudel zurück ins Spiel. Beide Mannschaften konnten zum Satzbeginn Miniserien verbuchen, und es ging hin und her. Endlich schien das Wolfpack richtig wach zu sein, fletschte die Zähne und agierte endlich auf Augenhöhe mit dem Gegner. Weniger Fehler, dafür umso mehr Emotionen auf dem Parkett. Ansehnlicher Volleyball wurde von beiden Teams zelebriert, wobei es immer wieder zu Miniserien auf beiden Seiten kam und die Führung munter wechselte. Zur Satzmitte schienen sich die Gothaer zwar wieder abzusetzen, doch diesmal konnte das Rudel etwas entgegensetzen und kämpfte sich wieder heran. Mit einer furiosen 5-Punkte-Serie drehte man das Ding sogar zum 22:21. Die Halle bebte, und man ersehnte sich den Satzausgleich. Gotha konnte den Run stoppen und selbst wieder mit einem Punkt in Führung gehen. Puh, Drama in der Crunchtime! Gotha kam zuerst zum Matchball, doch die Lichtstädter wehrten ab und wollten erneut Überholen. Gotha behielt jedoch die Nerven, erspielte sich den zweiten Matchball, machte den Sack kompromisslos zu.
Schluss, Enttäuschung, hängende Köpfe beim Wolfspack. Und die Erkenntnis, dass man noch zu lange braucht, um auf Betriebstemperatur zu kommen und das spielerische Potenzial, das regelmäßig aufblitzt, mal konstant aufs Parkett zu zaubern. Tröstende Worte kamen dennoch nach dem Schlusspfiff vom Coach an die Mannschaft:
„Mit 4 Punkten aus den ersten drei Spielen mit zwei Top-Gegnern bin ich zufrieden. Mit einer neu zusammengesetzten Mannschaft, neuem Trainer und neuer Spielphilosophie gehört es dazu, hinzufallen. Wichtig ist, dass man wieder aufsteht, nach vorn sieht und die richtigen Schritte geht.“
Mit diesen Worten und einem Malzgetränk in der Hand sieht man schon wieder optimistisch nach vorn. Nächsten Samstag geht es auswärts zum altbekannten USV TU Dresden – der Tabellennachbar hat ebenfalls eine 1:2-Bilanz auf dem Konto. Das Ziel ist also glasklar: Angreifen und Punkte klauen!
No Limits!





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