Nach der knappen Niederlage in der vergangenen Woche gegen den Dresdner VC vor heimischer Kulisse ging es am Samstag, den 26.10., für den VSV nach Hoyerswerda.
Die „Hoyboys“ waren – genau wie unsere Herren 2 – in der vergangenen Saison aus der Landesliga aufgestiegen. So wie der VSV die Thüringenliga, hatten sie die Sachsenliga mit beeindruckenden 15 Siegen aus 18 Spielen ordentlich zerlegt. Ähnliche Ausgangsbedingungen also, gepaart mit der völligen Ungewissheit darüber, was diese Begegnung bringen würde.Unser Kader, bestehend aus handverlesenen Männern aller Altersklassen (17–46 Jahre, Durchschnittsalter 27,5 Jahre), machte sich auf in die östlichste Stadt der Regionalliga, um sich dort zu beweisen.Vor Ort wurden wir durchaus freundlich empfangen. Einzige Mankos: eine Halle, deren Deckenhöhe die vorgeschriebene Mindesthöhe nur um wenige Zentimeter überbot, sowie Bälle, deren bloße Berührung einen gedanklich die letzten 50 Jahre der Firmengeschichte von „Molten“ durchleben ließ.Der Samstagskader bot genügend Wechseloptionen für nahezu jede Position. Einzig Dr. Dr. Stephan Gräf war für seine Position alleinverantwortlich – was sich im Laufe des Spiels noch als durchaus relevante Information herausstellen sollte.
Der erste Satz entwickelte sich direkt zu einem psychologischen Spektakel. Mit einer Aufschlagserie startete der VSV furios und ging schnell mit 6:1 in Führung. Ebenso schnell, wie wir diese Führung aufgebaut hatten, egalisierten die Hoyboys sie jedoch mit einer eigenen Serie und zogen anschließend sogar an uns vorbei.Langsam, aber stetig kämpften wir uns wieder zurück und konnten uns gegen Ende des Satzes eine kleine Führung erspielen. Beim Stand von 24:22 schien der Satzgewinn zum Greifen nah. Dann wurde es etwas kurios.Ein harter Angriff von Jena wird vom Fuß eines Hoyerswerdaers abgefälscht und fliegt in Richtung Aus. Der Schiedsrichter pfeift – allerdings zu früh – und muss seinen eigenen Pfiff anschließend wieder zurücknehmen. Nullball.Fehler dieser Art können natürlich passieren, sind in der Crunchtime allerdings denkbar ungünstig.Es ging weiter mit drei verdienten Punkten für die Gastgeber. Beim vierten und damit letzten Angriff des Satzes landete der Ball – aus der Perspektive unserer Auswechselspieler übrigens hervorragend zu erkennen – tatsächlich im Aus. Der Schiedsrichter sah die Situation jedoch anders. Damit ging der erste Satz an Hoyerswerda.
Nach dem bitteren Ende des ersten Satzes war nun eine Reaktion gefragt. Und die kam.
Der zweite Satz wurde von Beginn an „von vorne“ gespielt. Der VSV setzte sich früh ab und ließ kaum Zweifel daran aufkommen, wer diesmal das Sagen hatte. Punkt für Punkt wurde der Vorsprung ausgebaut, während die Hoyboys nur selten wirklich ins Spiel fanden.
Als die Gastgeber gegen Ende des Satzes noch einmal eine kleine Serie starteten, reagierte Coach Leon umgehend, nahm eine Auszeit und brachte mit einem Wechsel frische Energie aufs Feld. Die kurze Unterbrechung zeigte Wirkung: Der VSV ließ nichts mehr anbrennen und brachte den Satz souverän nach Hause.
Damit war der erste Satz endgültig abgehakt und der Spielstand wieder ausgeglichen.Auch in den Sätzen drei und vier ließ der VSV wenig Zweifel daran, wer an diesem Samstag die Punkte mit nach Hause nehmen würde. Beide Durchgänge konnten deutlich für Jena entschieden werden. Dabei erwies sich die große Auswahl an Wechselmöglichkeiten als echter Trumpf: Wann immer sich beim VSV eine kleinere Schwächephase anzubahnen schien, konnte Coach Leon reagieren und frische Kräfte aufs Feld schicken. So blieb der Druck auf die Gastgeber konstant hoch.Spannung kam im vierten Satz dann allerdings noch einmal auf – und zwar nicht unbedingt aufgrund des Spielstands. Besagter Dr. Dr. Stephan Gräf, seines Zeichens der einzige Spieler des Kaders ohne Ersatzmann für seine Position, sorgte für einen kurzen Schreckmoment. Bei einer Aktion rastete sein Kopf offenbar etwas zu motiviert im Knie eines Mitspielers ein.Zum Glück erwies sich der Schädel als ausreichend stur. Stephan konnte weiterspielen und brachte die Partie gemeinsam mit der Mannschaft bis zum Ende.
Damit war es geschafft: Der VSV holt seinen ersten Sieg!
Nach der knappen Niederlage in der vergangenen Woche ist die Freude über die ersten drei Punkte entsprechend riesig. Vor allem hat das Spiel gezeigt, dass diese Mannschaft gemeinsam einiges erreichen kann.Weiter geht es bereits am Samstag, den 03.10., um 12:00 Uhr. Dann empfängt der VSV in Jena Gotha und will den Schwung aus Hoyerswerda mitnehmen.
Schlagwörter: Zweite Herren




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